Fragen / Tipps

Nachstehend finden Sie oft gestellte Fragen sowie Tipps:

Wie verhält es sich eigentlich mit den "Firmenbestattern"?

Dazu gibt es nur eine Antwort: Lassen Sie die Finger davon! Sie zahlen viel Geld in der Hoffnung, sich elegant "aus der Firma verabschieden zu können". Doch – jeder Insolvenzantrag wird mittlerweile von den Staatsanwaltschaften auf das Thema Insolvenzverschleppung geprüft. Sie bleiben aber für die Zeit Ihrer Geschäftsführungstätigkeit voll verantwortlich! Da ist der neue Geschäftsführer dann zwar sauber heraus, denn dieser hat ja unmittelbar nach Feststellung des Insolvenzgrundes die Insolvenz angemeldet. Aber es wird auch ganz schnell festgestellt, dass die Insolvenz schon vorher hätte angemeldet werden müssen – und zwar durch SIE! Somit haben Sie eine strafbare Insolvenzverschleppung begangen und Sie haften mit Ihrem Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft.

Eine Verlegung des Geschäftssitzes einer GmbH in das Ausland ist übrigens NICHT möglich! Die deutschen Registergerichte lehnen dies aufgrund der Gesetzeslage im GmbH-Gesetz ab, da der Sitz einer GmbH in Deutschland sein muss. Das hat auch nichts mit dem europäischen Recht der Niederlassungsfreiheit zu tun, da die GmbH ja ohne Probleme Niederlassungen im Ausland errichten kann – eben nur nicht den Hauptsitz dahin verlegen!

Wie ist das eigentlich mit einer (verkürzten) privaten Insolvenz im Ausland?

Dies ist genau so ein diffiziles Thema. Die sich dazu anbietenden Länder Frankreich (Elsass) und England sind mittlerweile nämlich auf den "Insolvenztourismus" aufmerksam geworden und prüfen sehr streng, ob Sie auch Ihren Lebensmittelpunkt dort haben. Dazu gehört nicht nur, dort gemeldet zu sein, sondern Sie müssen dort auch überwiegend vor Ort leben und arbeiten! Jetzt prüfen Sie einmal, ob Sie dies für einen Zeitraum von ca. 2 Jahren (Beispiel England) auch leisten können. Das heißt nämlich auch, über entsprechende Geldeinnahmen zu verfügen, denn dort werden nicht unerhebliche Mieten und Lebenshaltungskosten fällig. Dazu kommt, dass der Wohnsitz nicht beliebig ist. Es wurde z.B. vor Kurzem in Deutschland die Restschuldbefreiung vom Gericht versagt, weil sich der Wohnsitz des Schuldners in England in einem "Insolvenznest" befand, d.h. dass dort in einer Wohnung mehrere deutsche Schuldner gemeldet waren, so dass von einer echten Wohnsitznahme nicht ausgegangen werden konnte! Darüber hinaus war der Schuldner oft in Deutschland. All dies zusammen führte dazu, dass das Konstrukt in sich zusammenbrach und somit nur viel Geld gekostet hat, aber das gewünschte Ergebnis nicht da war! Mit anderen Worten: Dies ist nur in ganz speziellen Konstellationen sinnvoll und machbar und sollte der letzte Ausweg sein!

Viel sinnvoller sind vernünftige Einigungen mit den Gläubigern ohne eine Insolvenz! Genau an dieser Stelle werden wir zunächst tätig. Und je eher Sie sich an uns wenden, um so eher können wir Lösungen herbeiführen und den Druck von Ihnen nehmen!

Zu welchem Zeitpunkt sollte ich mich an Sie wenden?

Möglichst frühzeitig! Wenn Sie sehen, dass Ihr Unternehmen nicht zufrieden stellend läuft, aber sonst noch eine relativ stabile Grundlage hat, dann wäre "sofort" der ideale Zeitpunkt.

Wenn Sie sehen, dass in ein paar Wochen / Monaten Probleme auf das Unternehmen zukommen werden – dann bleibt in der Regel auch noch genügend Handlungsspielraum, um agieren zu können.

Wenn "nichts mehr geht", d.h. die Probleme akut und drängend sind – selbst dann können wir meist noch helfen, auch wenn hier die Handlungsspielräume stark eingeschränkt sind und man sehr auf das Wohlwollen der Gläubiger angewiesen ist.

Beachten Sie: Je nach Branche kann das nachhaltige Greifen von Maßnahmen zur Verbesserung der Einnahmesituation (Geld auf dem Konto) Wochen oder Monate dauern, die überbrückt werden müssen! Selbstverständlich wird man versuchen, möglichst kurzfristig Einnahmen zu generieren, doch darauf bauen sollte man nicht. Von daher – je eher Sie sich an uns wenden, umso besser können wir Ihnen helfen.

Bis zu welchem Grad einer Unternehmenskrise können Sie uns helfen?

Ideal ist selbstverständlich, wenn noch genügend zeitliche und finanzielle Handlungsspielräume vorhanden sind, um eine Wende zum Positiven zu erreichen.

Auch wenn dies (zunächst) nicht mehr der Fall sein sollte, versuchen wir primär das Unternehmen auf eine tragfähige Basis zu stellen und zu sanieren. Dies erreichen wir durch  Analyse, Konzeption, Einbeziehung der Kunden und Gläubiger, Aufzeigen einer positiven Fortführungsprognose für das Unternehmen, wenn möglich Beschaffung von Geldmitteln. Mit anderen Worten: Planen, Vertrauen schaffen und in die Hände spucken!

Wenn alle diese Maßnahmen nicht mehr greifen, erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen Exit-Strategien. Diese können sowohl den Unternehmensbereich wie auch Ihren Privatbereich umfassen.

Ist mein Unternehmen insolvent?

Hierfür gibt es 2 Indikatoren, wann eine Firma oder eine GmbH insolvent ist:

1.) Ist das Unternehmen bilanziell überschuldet, d.h. sind die ungedeckten Passiva höher als die Aktiva? An dieser Stelle lassen sich oftmals die Passiva umgestalten oder neue Aktiva gewinnen.

2.) Das Unternehmen ist illiquide, d.h. die Geldmittel reichen nicht mehr aus, die fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. Eine nur kurzfristige Illiquidität für einen Zeitraum von 30 Tagen bleibt dabei unberücksichtigt. An dieser Stelle lassen sich oftmals wieder Handlungsspielräume (z.B. Vereinbarung von Ratenzahlungen, verlängerten Zahlungszielen) gewinnen, um aus der Insolvenzanmeldepflicht herauszukommen.

Wichtig ist eine schnelle und genaue Analyse Ihrer Situation – nehmen Sie daher möglichst umgehend Kontakt mit uns auf! Insolvenzverschleppung ist ein Straftatbestand und löst eine Durchgriffshaftung auf die Geschäftsführung aus!

Die Insolvenz des Unternehmens würde mich auch privat treffen - können Sie Hilfe anbieten?

Ja, auch in diesem Falle gibt es viele Wege, die man beschreiten kann. Wichtig ist vor allem: Die Insolvenz des Unternehmens sollte geplant und geordnet durchgeführt werden! Nur dann hat man eine Chance, vorhandene gesunde Teile des Unternehmens zu retten und auf eine andere Basis zu stellen. Bei einer geordneten Insolvenz bestehen auch Möglichkeiten, Ihre private Situation zu berücksichtigen und die Zukunft zu gestalten.

Wird die Vertraulichkeit gewahrt?

Selbstverständlich! Auf Diskretion basiert unser Geschäft, denn niemand möchte, dass die unternehmerischen und/oder privaten Probleme an die Öffentlichkeit gelangen! Und genau aus diesem Grunde finden Sie auch keine Referenzen auf unserer Website.

Tipp: Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge und der Steuern

Die Nicht-Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge und der Steuern kann ein Straftatbestand (der Unterschlagung) sein, denn Sie haben die Arbeitnehmeranteile treuhänderisch einbehalten und sind verpflichtet, diese abzuführen! Bei genauer Betrachtung folgt daraus:

1.) Führen Sie auf jeden Fall die Sozialversicherungsbeiträge – und zwar den Arbeitnehmer-Anteil – an die Sozialversicherungsträger ab. Schreiben Sie auf die Überweisung den Vermerk "AN-Anteile" neben dem Zeitraum mit darauf! Die Arbeitgeber-Anteile hingegen haben Sie nicht treuhänderisch vereinnahmt, denn diese sind vom Unternehmen zu tragen. Selbstverständlich sind diese aber trotzdem zu bezahlen. Es ergibt sich eben nur keine strafrechtliche Relevanz.

2.) Bei der Lohnsteuer gilt: Hier gibt es keinen Arbeitgeber-Anteil, denn diese wird vollständig vom Arbeitnehmer getragen und Sie sind verpflichtet, die Lohnsteuer einzubehalten und vollständig an das Finanzamt abzuführen! Das Finanzamt (und ggf. das Gericht) versteht in diesem Bereich keinen Spaß!

3.) Bei der Umsatzsteuer gibt es ebenfalls keine Spielräume, denn den resultierenden Betrag aus "Umsatzsteuer minus Vorsteuer" haben Sie von Ihren Kunden bereits erhalten, d.h. das Geld treuhänderisch vereinnahmt! Allerdings kann man auf den Zeitpunkt der Abführung von Umsatzsteuer Einfluss nehmen. Diese Wege berücksichtigen wir im Rahmen unserer Beratung.

Tipp: Ruhe bewahren!

Bewahren Sie Ruhe und unternehmen Sie keine ungeplanten "Hau-Ruck-Aktionen"! Ggf. berauben Sie sich selbst Ihrer noch vorhandenen Handlungsspielräume! Dies gilt sowohl für die Unternehmenssituation wie auch für Sie persönlich!

Beziehen Sie uns möglichst frühzeitig ein und handeln Sie nach einem abgestimmten Konzept. Nur so läßt sich das Optimale aus Ihrer Situation machen.

 
Achtung: Dies ist keine Steuer- und keine Rechtsberatung! Von daher sind alle gemachten Angaben als unverbindlich zu betrachten! Fragen Sie daher einen Steuerberater bzw. Rechtsanwalt um Rat. Gerne stellen wir Ihnen bei Bedarf einen Kontakt aus unserem Netzwerk her.